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Nachgehakt: Darum nutze ich noch Verpackungen aus Plastik und Aluminium

Veröffentlicht von Lena Effertz am

Immer wieder bekomme ich von Dir und vielen anderen Kunden die Rückmeldung, dass Ihr Euch nachhaltigere Verpackungen wünscht um meine Produkte noch besser für die Umwelt zu machen. Ich gebe ganz ehrlich zu: Das wünsche ich mir auch! Leider ist der Weg dorthin noch etwas steinig und gar nicht so einfach wie man im ersten Moment denkt. Die vielen Pro’s und Con’s der verschiedenen Möglichkeiten erkläre ich Euch heute mal in diesem Beitrag. Ich bin gespannt auf Eure Rückmeldungen!

Warum ist Plastik und Aluminium überhaupt schädlich?

Konventionelle Kunststoffe und Aluminium werden aus fossilen Rohstoffen gefertigt. Das Problem an fossilen Rohstoffen ist zum einen, dass sie oftmals die Umwelt für Jahrhunderte bis Jahrtausende belasten, da sie nicht biologisch abbaubar sind. Zum anderen bedeutet „fossil“, dass die Rohstoffe der Erde nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen und eines Tages aufgebraucht sein werden. Auch deswegen müssen sich die Menschen mal nach einer guten Alternative umsehen.

Welche umweltfreundlichen Verpackungs-Alternativen gibt es?

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Ansätze um eine Verpackung nachhaltig zu gestalten:
1. Biologisch abbaubare Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen
2. Recycelbare Verpackungen
3. Verpackungen aus bereits recycelten Materialien

Back to the Roots: Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen

Grundsätzlich ist die Idee natürlich toll: Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen, um nicht die irdischen Vorräte an fossilen Rohstoffen zu erschöpfen. Und nicht einmal neu ist dieser Ansatz, denn bis in den zweiten Weltkrieg hinein wurden so ziemlich alle Kunststoffe aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen produziert. Erst damals stellte die Industrie auf fossile Rohstoffe um.

Ein echtes Manko an vielen Bio-Kunststoffen ist leider, dass hierfür oft Lebensmittel eingesetzt werden, die andernorts hungrige Menschen sättigen könnten. Aus Mais und Zuckerrohr Verpackungen herzustellen, kann meiner Meinung nach noch nicht das Ziel unserer globalen Reise in eine nachhaltige Welt sein. Denn wie soll man einem hungrigen Landwirt erklären, dass aus seinem Mais kein Essen gekocht wird, sondern andere Lebensmittel darin verpackt werden?!

Leider ist nicht alles Gold was glänzt: Nicht alle Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen sind biologisch abbaubar. Viele Kunststoffe aus natürlichen Rohstoffen lassen sich zwar biologisch abbauen, aber dies funktioniert nur, wenn der Verbraucher, also Du die Verpackung auch unter den richtigen Bedingungen entsorgst: biologisch abbaubare Verpackung benötigt nämlich ganz spezielle Verhältnisse hinsichtlich Temperatur, Feuchtigkeit und Druck, damit sich da beim Zerfall überhaupt etwas tut. Einfach so oben auf Deinen Kompost werfen, kannst Du diesen biologisch abbaubaren Kunststoff also leider nicht. Die meisten abbaubaren Verpackungen landen erst gar nicht auf dem Kompost sondern in Müllverbrennungsanlagen. Denn verständlicherweise können viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht zwischen abbaubaren und nicht abbaubaren Verpackungen unterscheiden und somit landen diese in der Gelben Tonne oder im Restmüll. Da die abbaubaren Verpackungen aber das Recycling der anderen Kunststoffe aus dem Gelben Sack stören, werden sie aussortiert und verbrannt. Hier gilt es also noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

Auch die nachwachsenden Rohstoffe für Bio-Kunststoffe müssen zunächst einmal angebaut werden. Leider werden dabei oft gentechnisch veränderte Pflanzen und umweltschädliche Pestizide eingesetzt. Hinzu kommt die Tatsache, dass der biologische Abbau des Bio-Plastiks dem Boden keine wertvollen Nährstoffe liefert, sondern nur CO2 und Wasser hinterlässt. Letztlich hat also sogar die Verbrennung des Bio-Plastiks eine bessere Bilanz, da hierbei neben CO2 und Wasser immerhin noch Energie gewonnen werden kann.

Verpackungen aus recycelbaren Materialien

Anders als beim biologischen Abbau sieht es beim Recycling aus: Nahezu alle Materialien sind für sich allein recyclingfähig. Die Schwierigkeit ist hierbei nur, dass viele Verpackungen aus einem Materialmix bestehen. Wenn die Verpackungen korrekt über die Wertstofftonne entsorgt werden, sortiert eine Maschine die verschiedenen Verpackungen nach ihrer Art von Materialien, sodass sie geschreddert und wiederverwertet werden können. Wenn die Verpackungen jedoch aus mehreren zusammengeklebten oder -geschweißten Materialien bestehen, wird dieser Prozess enorm erschwert bis verhindert.

Um dem Problem der aufwändigen Materialtrennung aus dem Weg zu gehen, werden mittlerweile viele Verpackungen aus nur einer Materialsorte gefertigt. Dieses Verpackungs-Konzept nennt sich Monomaterial. Verpackungen aus Monomaterialien sind also recht umweltfreundlich, da sie ultraleicht recycelbar sind.

Verpackungen aus bereits recycelten Materialien

Früher wurden in vielen Kunststoffen auch sehr schädliche Rohstoffe eingesetzt, oder schädliche Chemikalien in recycelbaren Kunststoffbehältnissen transportiert. Recycelte Materialien können in Spuren noch mit diesen gesundheitsschädlichen Stoffen kontaminiert sein. Dies ist der Grund, warum die Innenauskleidung von Lebensmittelverpackungen nicht aus recycelten Stoffen produziert werden darf, sondern weshalb mindestens das Innenleben immer aus neu gewonnenen Materialien sein muss. Zurzeit wird im EU-Parlament jedoch darüber diskutiert, ob das Gesetz zugunsten Recyclingmaterialien geändert und Grenzwerte für solche Kontaminationen eingeführt werden sollen.

Frau Ultrafrisch ist auf der Suche nach nachhaltigen Verpackungen

Momentan setze ich für meine Produkte noch Materialien ein, die aus fossilen Rohstoffen produziert werden. Gerne würde ich aber auf Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen umsteigen. Allerdings möchte ich diesen Schritt so richtig gehen, und nicht nur halbherzig. Wie zuvor beschrieben gibt es noch viele ungelöste Schwierigkeiten beim Thema nachhaltige Verpackungen. Aber nicht nur die Umweltbilanz spielt hier eine wichtige Rolle, sondern auch die wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Denn es ist nicht nur so, dass die Umweltbilanz der verfügbaren Angebote noch nicht überzeugend ist. Auch der Preis für ökologischere Verpackungen beträgt mindestens das doppelte, eher sogar dreifache! Nur wo soll man als kleines Unternehmen, dass ohnehin schon hochwertige Rohstoffe und Biozertifizierte Produkte einsetzt, die Mittel für derartige Kosten nehmen?

Ein weiteres Thema ist die Produktsicherheit unserer Artikel. Im Start Up ist das Motto oft „Learning bei doing“ und so haben wir durch eine Umstellung auf recyclebare Verpackungen bei unseren Smoothie Snacks leider schon die Erfahrung machen müssen, dass unsere Snacks zwar umweltfreundlicher verpackt waren, die Verpackung allerdings den Produktanforderungen nicht gerecht wurden und unsere Snacks dadurch in Punkto Knackigkeit einbüßen mussten. So mussten wir hier zuletzt leider wieder auf Alu als Material umstellen, um Euch knackige Snacks zu gewährleisten.

Das heißt, meine Verpackungen sollen nicht nur umweltfreundlich, sondern auch bezahlbar und eine top Barriere haben, die am besten keine Feuchtigkeit zulässt. Puuuhhh… ganz schön kompliziert, oder?

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und ich halte weiter meine Augen und Ohren offen, bis ich für mich die perfekte Lösung gefunden hab. Also, wenn Du tolle Ideen oder Vorbilder für mich und meine zukünftigen Verpackungen hast, immer her damit! Gib mir gerne auch Feedback wie du zu dem Thema stehst: Wärest du bereit mehr für ein Produkt in einer ökologischen Verpackung zu bezahlen? Würdest du einem neuen, jungen Unternehmen Experimente auf Kosten der Produktqualität verzeihen? Wie entsorgst du biologisch abbaubare Verpackungen? Ich freue mich auf Deinen Input!

Meine Verpackungen

Categories: Blog

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